Gedichte Es leben die Soldaten



Es leben die Soldaten,
So recht von Gottes Gnaden,
Der Himmel ist ihr Zelt,
Ihr Tisch das grüne Feld.

Ihr Bette ist der Rasen,
Trompeter müssen blasen,
Guten Morgen, gute Nacht,
Daß man mit Lust erwacht.

Ihr Wirtsschild ist die Sonne,
Ihr Freund die volle Tonne,
Ihr Schlafbuhl ist der Mond,
Der in der Sternschanz wohnt.

Die Sterne haben Stunden,
Die Sterne haben Runden
Und werden abgelöst,
Drum Schildwacht sei getröst.

Wir richten mit dem Schwerte,
Der Leib gehört der Erde,
Die Seel‘ dem Himmelszelt,
Der Rock bleibt in der Welt.

Wer fällt, der bleibet liegen,
Wer steht, der kann noch siegen,
Wer übrig bleibt, hat Recht,
Und wer entflieht, ist schlecht.

Zum Hassen oder Lieben
Ist alle Welt getrieben,
Es bleibet keine Wahl,
Der Teufel ist neutral.

Bedienet uns ein Bauer,
So schmeckt der Wein fast sauer
Doch ist’s ein schöner Schatz
So kriegt sie einen Schmatz.

Auf mit Gott zum Kampf, ihr Brüder,
Mit dem Schwert und dem Gebete,
Reiß den Sieg vom Himmel nieder,
Deutscher, Russe, Britte, Schwede!

Helf‘ uns Gott, der Herr, der Hohe,
Der auf uns herniederschauet,
Seht schon lodern lichterlohe
Scheiterhaufen rings erbauet.

In den Flammen heil’gen Zornes,
In gerechter Rache Gluten
Brennt der Busch des bösen Dornes,
Der die ganze Welt ließ bluten.

Selig, wer von ganzem Herzen
Alles, was ihn tief verletzet,
Alle Trauer, alle Schmerzen,
An dies heil’ge Opfer setzet.

Denn wir wollen das verbrennen,
Was in Leib und Seel uns störet,
Wer kann das mit Worten nennen,
Was ihn in dem Geist empöret.

Elend, Qual und Not und Frevel
Trug und List und Hohn und Lüge,
Schmolz der Feind zu glühem Schwefel,
Daß die Flamme höher schlüge.

Freudig drum ihr Kampfesbrüder,
Schließt euch treulich um die Flammen,
Brennt den Dorn zur Asche nieder,
Der ein Ölbaum soll entstammen.

Eine Taube soll sich schwingen
Aus der Glut, soll Friedenszweige
Der empörten Erde bringen,
Daß sie aus der Zornflut steige.

Friede ward umsonst verlanget,
Unsrer Ehr‘ und Freiheit Friede,
Auf zum Kampf nun, wer nicht banget,
Und vor keinem Götzen kniete.

Vivat alle mit einander,
Vivat Georg und Alexander,
Vivat Friedrich, Vivat Franz!
Vivat hoch der Waffentanz!
Brautkranz!
Viktoria!
Gloria!

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Gedichte Es leben die Soldaten - Brentano