Gedichte Naturrecht

Sonnett.

Von Blum‘ und Frucht, so die Natur erschafft,
Darf ich zur Lust, wie zum Bedürfnis, pflücken.
Ich darf getrost nach allem Schönen blicken,
Und atmen darf ich jeder Würze Kraft.

Ich darf die Traub‘, ich darf der Biene Saft,
Des Schafes Milch in meine Schale drücken.
Mir front der Stier; mir beut dans Roß den Rücken;
Der Seidenwurm spinnt Atlas mir und Taft.

Es darf das Lied der holden Nachtigallen
Mich, hingestreckt auf Flaumen oder Moos,
Wohl in den Schlaf, wohl aus dem Schlafe hallen

Was wehrt es denn mir Menschensatzung, bloß
Aus blödem Wahn, in Molly’s Wonneschoß,
Von Lieb‘ und Lust bezwungen, hinzufallen?


Gedichte Naturrecht - Bürger