Gedichte Als die Fürstl. Holst. Gesandten mit dero Komitate

Von Moskaw nacher Persien auffbrachen. M. dc. xxxvj. Im Junio.

Steh‘ auf / steh‘ auf / aus Thetis feuchten Armen /
O güldner Phaeton /
Steh‘ auf / und laß von deiner Glut erwarmen
Olympens gantzen Thron.
Verhalt uns nicht
dein Lebens-Liecht.
Laß Sturm und Wind / und Regen für dir fallen /
In dem wir dir /
O unsre Zier /
Ein Ehren-Lied zu Lobe lassen schallen.

Diß ist der Tag nach so viel hundert Tagen /
die uns beschwerlich sind /
Zu dem wir einst mit jauchzen können sagen /
willkommen edles Kind.
Dein süßer Glantz
erfreut uns gantz.
Durch dich steht uns der Himmel offen
das schöne Thun
gewehrst du nun /
Auff welches wir so manche Jahre hoffen.

Apollo / laß dein gnädigs Antlitz schauen
auff uns und unsern Pfad.
Erwege wol / was für ein hoch Vertrauen
gantz Hollstein in dich hat.
Diß edle Paar
und seine Schaar /
Hat deiner Gunst / O Kunst sich gantz ergeben.
Kein Fall verrückts.
Wilst du / so glückts.
So hats nicht noth ümm unser kühnes Leben.

Lauff / Moskaw / lauff / und sag‘ es deiner Wolgen /
mit schnellen Wellen an /
Daß wir alsbald ihr sind bereit zu folgen
biß über den Hyrkan.
In dessen sprich
daß alles sich /
Was Schaden bringt von ihren Ufern mache.
Laß unsren Lauff /
nichts halten auff.
Der alles sieht / hält über uns selbst wache.

Und nun Ade / ihr Reussischen Najaden /
du wolbekandte Schaar /
Kein trüber Quell soll euren Flüssen schaden
durch dieses lange Jahr.
Bleibt ihr uns freund /
So wagts kein Feind.
Und du / O Stadt / O große bleib bey Glücke.
Nun / gute Nacht
hats Gott bedacht /
So scheiden wir / und kommen wol zu rücke.


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