Gedichte Mit raschen Pferden jagt die Zeit

Mit raschen Pferden jagt die Zeit,
Ein heißes Weib, nach Freiheit lechzend;
Die halbbewußte Menge schreit,
Gedankenlos als Vorspann ächzend.
Das tappt und tastet, wie man’s lenkt;
Sie läßt den blinden Troß gewähren
Und hält die Zügel straff und denkt:
„Weh mir, wenn das die einz’gen wären!“

Ein Gottweib! Ernst verehr‘ ich sie,
Und geh‘ ihr nach mit Schwert und Schilde,
Und jauchz‘ ihr zu; – doch nun und nie
Entweih‘ ich sie zum Götzenbilde!
Ich denk‘ an das zu Dschagernat,
Vor dem das Volk in langer Gasse
Dickstirnig hinkniet, daß vom Rad
Es jubelnd sich zermalmen lasse!
St. Goar, Januar 1843.

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