Gedichte Ein Scirocco-Tag in Rom

Steht in Flammen die Welt? Sind rings die Meere verdünstet,
Welche mit linderndem Hauch sonst doch die Glut wohl gekühlt?
Sinken sie alle in Asche zusammen, die Städte der Menschen?
Wälzt den glühenden Qualm langsam herüber der Wind?
Oder ist’s der Scirocco, der zwar die Orange uns zeitigt
Und die Traube uns kocht, aber uns selbst auch erstickt,
So daß Jeglicher zweifelt, er werde die Früchte noch kosten,
Die er uns süßt, und des Weins, den er uns würzt, sich erfreu’n?
Sei es, was es auch sei, das bloße Athmen wird Arbeit,
Und das Leben begräbt scheu sich im dumpfesten Schlaf,
Kaum noch rettet es sich den leisen Wunsch, zu erwachen,
Denn es fühlt sich dem Tod, fühlt sich dem Nichts schon zu nah‘!


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