Gedichte Die Stationen

Überall, auf allen Stationen
Ruft der Mensch den Namen der Station,
Überall, wo Bahnbeamte wohnen,
Schallt es Köpnick oder Iserlohn.
Wohl der Stadt, die Gott tut so belohnen:
Nicht im Stein nur lebt sie, auch im Ton!
Täglich vielmals wird sie laut verkündet
Und dem Hirn des Passagiers verbündet.

Selbst des Nachts, wo sonst nur Diebe munkeln,
Hört man: Kötzschenbroda, Schrimm, Kamenz,
Sieht man Augen, Knöpfe, Fenster funkeln;
Kein Statiönchen ist so klein – man nennt’s!
Prenzlau, Bunzlau kennt man selbst im Dunkeln
Dank des Dampfs verbindender Tendenz.
Nur die Dörfer seitwärts liegen stille…
Doch getrost, auch dies ist Gottes Wille.

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Gedichte Die Stationen - Morgenstern