An Friedrich Wilhelm

König, wichtiger Name, dem
Menschenfreunde, dem Ohr denkender Weisen, und
Selbst dem nüchternen Könige,
Unverdorben vom Gift schmeichelnder Höflinge
Und den Ehrenbezeugungen
Seines hoffenden Volks, das mit Gelübden ihn
Und mit Weihrauch empfängt von Gott,
Der die Könige wählt, sie auf der Waagschal wog,
Die das Schicksal des Lands bestimmt.
Wenn die Wollust ihn lockt mit dem Sirenenton,
Ruhe die ihm versaget ist,
Und der schimmernde Ruhm, welcher mit einem Fuß
Auf die blutigen Leichen tritt
Die das Schlachtfeld besäen, auf die Verzweifelung
Banger Mütter und Sterbender,
Auf der Waisen Geschrei, welches den Vater heischt;
Mit dem anderen Fuße, auf
Lorbeerkränze, gerühmt noch in den spätesten
Fernen – doch nur von Törichten,
Und auf feilen Gesang; lange Unsterblichkeit
Mit der Enkel Gespött gewürzt.
Und auf nagende Reu welche den Schlummer scheucht
Und die Träume mit Schrecken füllt;
Ruft der Name die Pflicht wieder zurück ins Herz
Waffnet mit der Ägide ihn,
Daß er Palmen ergreift, nur für das wahre Glück
Seines Landes besorgt, das Schwert,
Das vom Vater ererbt, ewiger Ruhe weiht,
Und der Buhlerin Reiz verschmäht
Unterm Fußtritt entblühn Blumen und Saaten ihm,
Städte welchen der Indus zollt
Und Amerikas Flur, Afrika, Asien
Und der Seine Gefilde, und
Edler Britten Gefild, welches die Thems durchströmt
Reich an Freiheit und Ahnen Mut.
Mit dem singenden Chor fröhlicher Mädchen sind
Reigen blühender Jünglinge
Fest verschlungen, die Schar bringet ihm Kränze dar.
Werter ihm als die delphischen,
Die umschlingen die Stirn stolzer Eroberer,
Unbeneidet vom Göttlichen.
Solcher König bist du, Friedrichs Wetteiferer,
Und sein glücklicher Neffe, du.
Lebe lange noch uns, groß in der Herrscherkunst
Und beglücke dein Vaterland.

Gedichte An Friedrich Wilhelm