Gedichte An August Kopisch

Roms Mauern, Roms Prachtgärten, wo stets
Die Zypresse ragt, schwermütig und stolz,
Wiederum schließen sie mich friedlich ein,
Rollen der Welt Sage mir auf.

Dich hält mit Recht Parthenope fest,
Wo die heitre See Glanz streut, wo indes
Aloen, mächtig an Wuchs, überblühn
Jede den Fels spiegelnde Bucht.

Dorthin, o Freund, bald kehr ich zurück;
Es ersehnt das Herz manch ländlichen Ort,
Während oft schaffender Trieb dichterisch
Meines Gemüts Saite beschwingt.

Auf Wogen trägt Unruhe den Geist,
Sie erhebt und senkt fernschiffenden Wunsch;
Sei es nun liebender Drang, oder sei’s
Künftiger Tat heiße Begier.

Mein Leben mag Frucht bringen, es mag
Wie die Knospe herb abfallen im Lenz:
Er verhängt’s, welcher dem Aug unbekannt
Wirft des Geschicks blutigen Pfeil.

Mag Unverstand mich richten und Haß
In dem Land, wo Teuts Ursprache geblüht,
Bleiben wird, Jahre hindurch, meines Lieds
Echo, bis auch dieses entschwebt.

Jetzt leuchtet Roms Südhimmel mir noch,
Und er liegt so rein auf Stadt und Gebürg:
Über dein offenes Dach, Pantheon,
Führt er entlang Sterne der Nacht.

Hier fesselt bald vorzeitlicher Kunst
Unerreichte Kraft mich, Götter in Stein,
Oder bald neueren Ruhms Farbenhauch,
Wann er verklärt sinnigen Stoff:

Wenn Guidos Eos Rosen verstreut,
Und empor sich schwingt Schönheit zum Apoll;
Doch Saturn hält sie zurück streng. Es hat’s
Dominichins Pinsel gedacht.

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