Gedichte Heuler und Wühler

Hießen Whig und hießen Tory,
Hießen Welf und Gibelline.
Doch zu Köln am Vater Rheine
Heißen Heuler sie und Wühler.

Wildrepublikan’sche Eber
Wühlen einerseits die Wühler;
Konstitutionelle Wölfe
Heulen schlimmer noch die Heuler.

Welch Getöse! Herzerschütternd.
Ja, vom Dom zum köln’schen Zelte,
Ja, vom Türmchen bis zum Bay’nhaus
Poltert’s, rast es, grunzt und brummt es.

Oh, entsetzlich ist’s! – Kam sonst der
Abend, sieh, da küßten wir und
Tanzten, streuten Blumen, sangen
Vivat, Vivat, Hosianna!

Gingen froh zum alten Vater,
Trinkrat Thibus, dort die Römer
Keck zu schwingen, bis daß Eos
Stieg empor mit Rosenfingern.

Aber jetzt? – O Zeus, du weißt es:
Unter Ebern, unter Wölfen,
Was ich leide, unter diesen
Deutschen souveränen Bestien.


Gedichte Heuler und Wühler - Weerth