Gedichte Fünfuhrtee in der Halle

Der Kellner stellt die goldne Heizung an.
Ich friere sehr und wärme mich bemüht
An einem Zeitungsblatt, das geistig glüht.
Der Kellner stellt die goldne Heizung an.

Von Stock zu Stock jagt Jüngling der Chasseur.
Bald fängt er einen Brief. Bald einen Blick.
Bald trägt er ein Paket. Bald ein Geschick.
Auf Treppen hüpft ein Eichhorn: der Chasseur.

Ein Frauenfuss tanzt unter einem Tisch.
Die Robe bauscht sich über seinem Samt.
Ich sinne, wem der schöne Fuss entstammt.
Madame erhebt sich, schön verschwenderisch.

Sie wirft das Antlitz aus dem Schleier und
Entbietet lächelnd Gruss und Aug und Mund.
Madame entbietet Gruss und Aug und Mund.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

Gedichte Fünfuhrtee in der Halle - Klabund