Gedichte Die Tänzerin in der Gemme

Lange verschlossen, tief im runden Steine
Mit einem Trauerbaum und wenig Zweigen,
Noch dreht sie um den Hals den sanften Schleier
Und geht in leisem Tanz in stiller Feier.

Immer noch fort, wo schon die Götter starben
Über den Inseln, und draußen gezogen
Ist das Meer unter schläfrigen Wolken,
Unter den Ufern murrte die Woge.

Orpheus ging einst. Und sie sann seiner Schritte
Durch die Schluchten herunter zur stillen Ebene
Da sie lag im Schilf mit den wolligen Herden.
Aber ferne ging die Flöte des Gottes

Über der grünen Ruhe der toten Fluren,
Die so einsam sang ihre Traurigkeit,
Grauen Gewölben, über den Weiden weit,
Wo die Tiere lagen mit tiefem Horne.

Gedichte Die Tänzerin in der Gemme - Heym