Gedichte Jugend-Bildnis meines Vaters



Im Auge Traum. Die Stirn wie in Berührung
Mit etwas Fernem. Um den Mund enorm
Viel Jugend, ungelächelte Verführung,
Und vor der vollen schmückenden Verschnürung
Der schlanken adeligen Uniform
Der Säbelkorb und beide Hände -, die
Abwarten, ruhig, zu nichts hingedrängt.
Und nun fast nicht mehr sichtbar: als ob sie
Zuerst, die Fernes greifenden, verschwänden.
Und alles andre mit sich selbst verhängt
Und ausgelöscht als ob wirs nicht verständen
Und tief aus seiner eignen Tiefe trüb -.

Du schnell vergehendes Daguerreotyp
In meinen langsamer vergehenden Händen.

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Gedichte Jugend-Bildnis meines Vaters - Rilke