Gedichte Lehre aus Erfahrung

Hat dir ein Autor Geld geliehn,
Und kommt und will den Wechsel ziehn,
Und kannst doch nicht sogleich bezahlen,
Ihm auch keinen andern Trug vormalen,
So sprich getrost: „Jetzt weiß ich schon,
’s war als die treffliche Rezension,
Wie Euer letztes Werk gelungen,
Stund in den Literaturzeitungen;
Wäret gelobt übern Schellenkönig,
Und dennoch, deucht es mir, zu wenig.
Aber könntet Ihr nicht noch borgen
Einige Zeit?“ „Seid ohne Sorgen“,
Der Autor drauf ganz freundlich spricht:
„Nach meinem Geld verlangt mich nicht.
Bleibt mein Freund! ’s hat kein Gefahr,
Könnt mich bezahlen bis übers Jahr.“
Sei einer gewappnet noch so gut,
Wie Siegfried mit des Lindwurms Blut:
Du kannst ihn klüglich überwinden,
Wirst du seine schwache Seite finden.

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