Gedichte Donner und Doria!

Das ist so heute der Herren Manier:
Man setzt sich ans Schreibpult wie an ein Klavier;
Vor sich drei Bogen gelbes Concept
Und kommt sich vor wie ein alter Adept.

Dann taucht man ins schwarze Gallelement
Sein Selbstberäucherungsinstrument;
Träumt sich nach Memphis, Korinth und Walhall
Und gebiert einen mächtigen Phrasenschwall.

Daneben spuckt man nach Recht und Pflicht
Der neuen Zeit in ihr Prosagesicht;
Und hat man sich dick mit Gefühlen beschwert,
Wird drüber der Thränenkübel geleert.

Dann druckt es der Drucker auf fein Velin,
Der Buchbinder bindet’s in Maroquin
Und schliesslich schimpft’s die Kritik: „Poesie“ –
Blasphemie!!!


Gedichte Donner und Doria! - Holz