Gedichte Ode VIII

Ach liebste laß vns eilen /
Wir haben Zeit /
Es schadet das verweilen
Vns beyderseit.
Der Edlen schönheit Gaben
Fliehn fuß für fuß:
Daß alles was wir haben
Verschwinden muß.
Der Wangen Ziehr verbleichet /
Das Haar wird greiß /
Der Augen Fewer weichet /
Die Brunst wird Eiß.
Das Mündlein von Corallen
Wird vngestalt /
Die Händ‘ als Schnee verfallen /
Vnd du wirst alt.
Drumb laß vns jetzt genießen
Der Jugend Frucht /
Eh‘ als wir folgen müssen
Der Jahre Flucht.
Wo du dich selber liebest /
So liebe mich /
Gieb mir das wann du giebest
Verlier auch ich.


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)

Gedichte Ode VIII - Opitz