Gedichte Der Stieglitz

Die Sonne blitzt, ein Distelfeld
Belebt die stille Mittagswelt;
Im starrgezackten Blättermeer
Glühn purpurlockig kreuz und quer
Die Blütenköpfe.

Und durch den eisengrauen Busch,
Ein bunter Vogel, hupp, hup, husch,
Hüpft durch das wilde Staudenheer,
Als ob es ohne Stacheln wär:
Ein junger Stieglitz.

Wie wirr, wie wunderlich geschweift!
Ein leichtes Lüftchen kommt und greift
Von Blütenspeer zu Blütenspeer
Und wirft die Schatten hin und her;
Weg ist der Stieglitz.

Nun will ich stille weitergehn
Und mir die sonnige Welt besehn,
Und durch das Leben kreuz und quer,
Als ob es ohne Stacheln wär;
Das liebe Leben.

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Gedichte Der Stieglitz - R Dehmel