Gedichte An den Ort / da Er Sie erstlich ümmfangen

Es müss‘ ein ewger Lentz mit steten Favoninnen
Auff dein gepüschtes Häupt und blumicht Antlitz wehn /
Die reich-bethaute Brust den Perlen gleiche stehn /
Und deine feuchte Schoß mit kalten Brünnen rinnen /
So sollen jährlich auch hier meine Kastalinnen /
Mit Zweigen vom Parnass‘ ümm dein Gehege gehn /
Und deine Trefligkeit durch solch ein Lied erhöhn /
Das du nur würdig bist / und die uns lieb gewinnen.
Die Hamadryaden die sollen dir für Schaden /
Für Wild-behüter seyn die rauchen Oreaden.
Und daß dir kein Sylvan / kein Satyr nicht sey feind /
So will ich diese Wort‘ an deinen Eingang schreiben /
Die wieder Sturm und Schlag / und Jahre sollen bleiben:
Wer dieses Ortes schont / der ist deß Himmels Freund.


Gedichte An den Ort / da Er Sie erstlich ümmfangen - Fleming