Gedichte Ein Gemählde

Der Tugend unbekannt, war er ihr ärgster Haßer,
Wenn ihn sein Stolz befiel, floß Menschenblut wie Wasser,
Er war voll Eigennutz und liebte Schmeicheley,
Raubt ungestraft und blieb nie seinen Worten treu,
War vielfach und gelehrt, sich in die Zeit zu schicken,
Verband mit zwanzig sich, um einen zu erdrücken,
Religion und Eyd war ihm ein Puppenspiel,
Durch Labyrinthe ging er stets zum nahen Ziel,
Hurt‘ und verfolgte Wild – O Mahler halt ein wenig,
Halt! ich versteh dich schon, das heißt: er war ein König.5

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)

Gedichte Ein Gemählde - Kleist