Gedichte Sonnet XXV

Vber den Ort / da sie jhren Adonis zum ersten vmbfangen.

JHr schönen Wasserbäch‘ / jhr Vfer an den flüssen /
Da sich deß Himmels Lufft erzeigt sehr hell vnd klar /
Vnd fast an euch erschöpfft die Gaben gantz vnd gar /
Die ander‘ örter sonst sehr sparsamlich geniessen.
Wann dieses mein Sonnet so wol sich köndte schliessen /
Als es von Hertzen geht / so macht‘ ich offenbahr
Durch diese Reimen euch vnd ewrer Gaben Schar;
Man solte weit vnd breit hiervon zu reden wissen.
Nun aber mein Verstand deß Rhumes hohe Zinnen
Vnd ewer rechtes Lob nicht wird ersteigen können /
So weichet vnd erliegt der viel zu enge Sinn.
Die Hand ist viel zu schwach / die Zunge steht gebunden;
Doch hab‘ ich grosse Frewd‘ vnd Lust bey euch empfunden
Vor die wil ich hernach euch rühmen weil ich bin.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)

Gedichte Sonnet XXV - Opitz