Gedichte An das Jahr / daß es doch balde verlaufe

Zwölff Fürsten dienen dir / Vier Häuptern unterthan;
Die Wochen sind dein Heer / als welche du aus Tagen /
Aus Stunden diese machst. So fährst du auff dem Wagen /
Den Mon und Sonne ziehn. Die Zeit die fleucht voran /
Heut alles vor ihr ümm / und macht dir reinen Plan;
So sieht man weit und breit der Sternen-pövel jagen
Ümm / neben / und nach dir. So wirst du hingetragen
Ins Hauß der Ewigkeit / der niemand folgen kan.
Lauf / Vater Jahr / diß Jahr / lauff mehr / als sonst behende /
Und komme noch einmahl / so balde zu dem Ende /
O meiner Arbeit Trost! daß ich das schone Thun /
Auff das mein Vaterland in langer Hoffnung dencket /
Recht führe wol hinaus. Und die sich itzt so krencket /
Alsdenn mit freuden mög‘ in diesen Armen ruhn.


Gedichte An das Jahr / daß es doch balde verlaufe - Fleming